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Bauernregeln und Binsenweisheiten.

Schafskälte

Schon zu Großmutters Zeiten wurde der Begriff Schafskälte geprägt. Im Laufe der Jahre wurde klar, dass es sich hierbei um eine Bauernregel mit erstaunlich hoher Trefferwahrscheinlichkeit handelt. Ein plötzlicher Kälteeinbruch in der ersten Junihälfte macht es nicht nur den Schafen in fast jedem Jahr schwer.


Er erinnert ein wenig an den Sommermonsun und bringt niedrige Temperaturen und Niederschläge mit sich. Ursache hierfür ist eine Nordwestströmung, die besonders feucht und kühl ist. Meist geht diesem Kälteeinbruch ein sehr sommerlicher Monat Mai voraus. Umso unangenehmer erscheint dann die so genannte Schafskälte. Diese bringt Temperaturen von 5 bis 10°C mit sich. In den Gebirgen ist dieser Temperaturabfall noch wesentlich stärker spürbar als im Tiefland. Schafe werden meist im Mai geschoren. Dann ist der Winter überstanden, und die Tiere brauchen ihre Wolle nicht mehr als Schutz vor den kalten Temperaturen. Doch umso härter trifft die Tiere die Schafskälte im Juni, wenn sie keine wärmende Wolle mehr besitzen und sich eigentlich schon an die sommerlichen Temperaturen gewöhnt haben.

Dieser enorme Temperaturabfall, der mit 89 %iger Wahrscheinlichkeit in jedem Jahr wiederkehrt, kann den Tieren durchaus gefährlich werden. Inzwischen sind diese Witterungsdaten über viele Jahre hinweg statistisch erfasst worden und belegen die Regelmäßigkeit der Schafskälte. Wer selbst eine Erkältung vermeiden möchte, sollte auf diesen Temperaturabfall vorbereitet sein.

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