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Bauernregeln und Binsenweisheiten.

Eisheiligen

Der Begriff „Die Eisheiligen“ stand in früheren Zeiten in einem engen Zusammenhang mit dem Wetter im mittleren europäischen Raum. In einem Bauernkalender wurden sie erstmals im 18. Jahrhundert in Österreich festgehalten. Es konnte beobachtet werden, dass wiederholt Mitte Mai der Luftdruck anstieg, die Tage noch einmal kühler wurden und es in den Nächten sogar Frost gab.


Die Eisheiligen beschreiben die Tage vom 11. bis 15. Mai, wobei innerhalb Deutschlands Unterschiede zu beachten sind. So werden in Norddeutschland die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige bezeichnet und in Süddeutschland (sowie in Österreich und der Schweiz) jene vom 12. bis 15. Mai. Die Verschiebung ergab sich durch den längeren Weg, den die kalten Luftmassen nach Süden zurücklegen müssen.

Die Eisheiligen haben Namen, der heilige Mamertus (Bischof von Vienne) steht für den 11. Mai, Pankratius (Märtyrer) für den 12. Mai, Servatius (Bischof von Tongern, Märtyrer) für den 13. Mai, Bonifatius (Märtyrer) für den 14. Mai und schließlich Sophia (Märtyrerin, auch „Kalte Sophie“ genannt) für den 15. Mai. Für die Bauern waren die Eisheiligen insofern von Bedeutung, dass sie vor diesen Tagen keine Pflanzungen vornahmen und außerdem ihr Vieh noch nicht auf die Weide trieben. Später übernahmen auch Groß-, Hobby-, und Kleingärtner diese Angewohnheit.

Eine meteorologische Überprüfung der Eisheiligen hält der Überlieferung durchaus Stand. So konnte für besagte Tage eine achtzehnprozentige Wahrscheinlichkeit von Bodenfrost erwiesen werden. Äußerst selten ist dies dagegen nach Mitte Mai nochmals der Fall.

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